Welcher Sinn verbirgt sich hinter der Kunst von Reimund O. Boderke (ROB)?Erde, Sand, Gestein sind die Bausteine unserer Erde.Umgeschichtet, errodiert, versandet und versteinert über Jahrmillionen. Und
doch auch seit Jahrmillionen immer wieder mit dem Leben, mit Organischem,
in Kontakt gekommen. Von der einfachen Flechte über unsere Urväter bis
zu uns Modernen. Wir werden aus Erde und doch sind wir kaum ein Sandkorn
im Universum. Aber wir haben die Chance, diesem scheinbar
unbedeutendem Faktum Bedeutung zu geben. Durch den Geist werden wir aus der
Erde genommen, bis wir wieder an sie zurückfallen. Doch was bleibt, ist
die Energie, die wir der Materie entrissen haben. Mit dem sokratischen
Wort „Erkenne Dich selbst“ ist alles gesagt. So werden wir Teilhaber
und Organisatoren von Wachstum und Gedeihen. Die Erde ist voll von
Zeichen dieses menschlichen Erkenntniskampfes – mehr oder weniger
erfolgreich geführt.
Künstler haben diesen Erkenntniskampf häufig
thematisiert: Lebensspuren, energetische Transformationen, Seinsergründung,
Annäherungsversuche an das All-Eine. Reimund O. Boderke hat sich in seiner
Kunst ganz auf diesen positiven Kern in der Natur konzentriert, aus
Werden und Wachsen.
Seine Materialisierungen nimmt er direkt mit den
Materialien vor, aus denen wir geworden sind: Erde, Lehm, Sand, Staub. Ihnen allein
wohnen schon die Energien und Magien inne, die unzweifelhaft in jeder
scheinbar toten Materie gefesselt sind. Boderke gewinnt aus diesen
vielfältigen Materialien Kunst als das Geistige für seine metaphorischen Transformationsvorgang. Blätternde Wände geben Zeichen und
Signale aus früheren Kulturen preis, Kratz- und Gebrauchsspuren in harter
Materie geben Zeugnis des Lebenskampfes, Zeichen sowohl verzweifelten
Bemühens wie geistiger Erleuchtung sprechen in seinen Erdbildern. Obwohl
der Mensch nicht sichtbar ist, so ist er doch in seinen
Bildern allgegenwärtig im Bestreben um Seinsbewältigung und Sinnsuche.
Seine Kunstwerke sind jedoch keiner spezifischen Heilsbotschaft
verpflichtet sondern sind stille Beobachter dieses allgemeinen menschlichen
Bemühens, der Sinnfrage und ihrer rastlosen Antwortsuche.
Reimund O.
Boderke stellt seine Werke aus in der Galerie der Universität Kaiserslautern
vom 28. Januar bis 25. Februar 2003. In seinem Atelier in Bad Homburg v.d.H.
hat er über hundert Sand- und Erdproben aus aller Welt gesammelt, mit denen
er fast ausschliesslich seine Materialbilder komponiert und collagiert. Seine
konsequente Materialanwendung mit Sand und Erde ist ungewöhnlich in der
Malerei. Auf einer ausführlichen Wüstenreise durch die Kalahari- und
Namibwüste 1993 malte er grossformatige Leinwandbilder mit den gefundenen
Materialien. Kurz darauf lernte er Matthias Gessinger Wiesbaden / Paris
kennen, Kulturpreisträger der Landeshauptstadt Wiesbaden und Mitglied
der Darmstädter Sezession. Gessinger hat sich in vielen Jahren
als Kunstvermittler und Lehrer mit dem untrüglichen Auge für
Bildanalysen hervorgetan. 10 Jahre lang war er der Lehrer und Mentor von
Reimund O. Boderke. Er hat ihn konsequent auf seinem Weg zur „gebauten“
Malerei begleitet. Kontakten Sie ROB unter:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
|